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Angstbewältigung

Die Angst vor der Angst

Angst. Dieses Gefühl ist uns allen bekannt. Oftmals ist sie uns nicht bewusst. Häufig verbirgt sie sich hinter psychosomatischen Symptomen, Aggressionen, depressiven Verstimmungen oder Arbeitswut.
Die Angst zeigt sich also nicht immer offen. Und – weil wir Angst vor der Angst haben – entwickeln wir Abwehrstrategien gegen sie.

Schätzungen zufolge leidet jeder zehnte Bundesbürger an einer ihn stark behindernden Angst, jeder zwanzigste ist durch eine Angststörung erheblich eingeschränkt. Bis eine Angststörung erkannt und angemessen behandelt wird dauert es durchschnittlich zehn Jahre.
Aufgrund einer vorausgegangenen nicht erkannten Angstproblematik, entwickelt sich nicht selten eine Depression.

Frauen leiden zwei- bis dreimal häufiger an Angststörungen als Männer.

Die verschiedenen Gesichter der Angst

Angst, die zur Krankheit geworden ist, zeigt sich sehr unterschiedlich

Spezifische Phobien

Betroffene fürchten sich vor Spritzen, Spinnen oder anderen Tieren, vor Höhen, vor Brücken, vor weiten Plätzen etc.

Panickattacken/Agoraphobie

DIe Menschen werden völlig unvorbereitet von dieser Form der Angst überfallen. Von körperlichen Symptomen begleitet, wie Schwindel, Herzrasen, Schweißausbrüchen, kann sie Panik, tiefe Gefühle der Ohnmacht und Hilflosigkeit, sowie im Extremfall sogar Todesangst verursachen.
An einer Agoraphobie leiden ca. zwei Drittel aller Panikpatienten. Diese Patienten haben Angst vor Menschenmengen oder engen, überfüllten Räumen. Im Falle einer Panikattacke, so ihre Fantasie, könnte ihnen in dieser Situation nicht rechzeitig geholfen werden.

Generalisierte Angststörung

Wer hierunter leidet, macht sich um alles und jedes Sorgen. Die Zukunft wird als bedrohlich erlebt, gleichgültig ob es um die Gesundheit der Familie, die finanzielle Sicherheit oder die eigene Existenz geht.

Soziale Phobie

Von anderen Menschen abgewertet oder nicht akzeptiert zu werden, diese Befürchtung kann sich zur sozialen Angststörung ausweiten. Betroffene meiden Begegnungen und Situationen, in denen sie die Aufmerksamkeit anderer auf sich ziehen könnten, weil sie sich ständig beobachtet und bewertet fühlen.

Zwang

Zwang und Angst sind häufig miteinander verbunden. Die Angst begleitet den Zwang. Wobei der Zwang hier vielmehr eine Abwehrform der Angst, eine Art Fluchtversuch vor einer unerträglichen Angst darstellt.
Die unerträgliche Angst wird durch das Zwangsobjekt abgewehrt und dadurch teilweise als erleichternd empfunden.
Über Handlungen (Zwangshandlungen), Rituale, Zwangsgedanken oder aber in übermäßiger Ordnung und Disziplin wird die Angst hier konkretisiert und umgewandelt.
Auf süchtige Weise streben zwanghafte Menschen Sicherheit an. Sie klammern sich an jedes feste Objekt, jedes Detail oder an jede Gewohnheit. Gelingt ihnen das nicht, dringt die ursprüngliche Angst heftig durch.

Woher kommt die Angst?

Wir glauben das Gefühl der Angst überfällt uns aus “heiterem Himmel”, scheinbar so völlig ohne Grund.
Doch häufig ist die Ohnmacht und die Hilflosigkeit das Ergebnis von Lernprozessen.
Die Gründe der Angst sind vielfältig. Die folgende Gliederung soll ein wenig Licht in die Ursachen der Entstehung von Angst bringen.

Körperliche Ursachen von Angst

Körperliche Funktionsstörungen (z.B. Kalzium- und Magnesiummangel), Erkrankungen und körperliche Fehlsteuerungen können Angst- und Panikattacken hervorrufen. Z.B.

  • Überfunktion der Schilddrüse
  • Erkrankungen der Atmungsorgane (chronische Bronchitis, Asthma, etc.)
  • Phäochromozytom (Tumor des Nebennierenmark) mit der Erhöhung der Adrenalinausschüttung
  • Hypoglykämie (ein deutlich zu niedriger Blutzuckerwert)
  • Medikamentenentzug (Z.B. nach längerer Einnahme von Benzodiazepinen oder Antidepressiva), hier können starke Angstzustände, Ein- und Durchschlafstörungen, Schwächegefühle, Konzentrationsstörungen, Muskelschmerzen, Sehstörungen und Schweißausbrüche auftreten
  • Innenohrerkrankungen, die aufgrund von Schwindel, Gleichgewichtsstörungen oder Verwirrtheitsgefühlen Angstzustände hervorrufen
  • Lebensverändernde Erkrankungen (Krebserkrankung, Autoimmunerkrankungen z.B. HIV, etc.)

Traumatische Ereignisse im Erwachsenenalter

Verschiedene Faktoren begünstigen die Angstentwicklung

  • Ein traumatisches Erlebnis – Unfall, Verlust eines nahestehenden Menschen, Arbeitsplatzverlust, Mobbing
  • Längere Überforderungsphasen – unlösbare berufliche und/oder familiäre Krisen
  • Wenn eine Situation als ausweglos eingeschätzt wird
  • Wenn das Vertrauen in die eigenen Bewältigungsfähigkeiten fehlt
  • Der Betroffene hat aufgrund von Erfahrungen ein negatives Selbstbild entwickelt, das im Gegensatz zu den Wünschen und Zielen des Erwachsenendaseins steht

Ursprüngliche Ängste aus der Kindheit

Tiefgreifende Gefühle von Hilflosigkeit und Angst können in der Kindheit erworben werden. Ob Sie auf schwierige Situationen hilflos oder handlungsfähig reagieren, bestimmen frühkindliche Prägungen.
Vielfältige negative Erlebnisse

  • verbale oder körperliche Gewalterfahrungen
  • Suchterkrankung (Alkohol, Heroin etc.) eines oder beider Elternteile
  • Missbrauch
  • Verlust eines Elternteil oder Geschwister
  • Mobbing

können dazu führen, dass sich Kinder für hilflos halten und nicht mehr daran glauben, durch eigene Verhaltensweisen etwas beeinflussen zu können.
Oft wird die Überzeugung über den Verlust des Vertrauens in die eigenen Bewältigungsfähigkeiten ein Leben lang beibehalten.
In das Erwachsenenleben werden so aus der Kindheit stammende Ängste mit “hinübergenommen”.
Somit wirken sich längst vergessene Konflikte, Enttäuschungen und traumatische Ereignisse störend auf die Bewältigung aktueller Probleme aus.

EMPFEHLUNG DES MONATS
Am 08. März 2016 ist

* Weltfrauentag *.

Seien Sie gut zu sich!